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09 Januar 2008

Standardformulierung vermeiden: "Mit unserem Schreiben vom ..."

Ein frohes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr. 2008 beginnt turbulent - gleich zwei große Projekte halten mich auf Trab, so dass ich kaum zum Weblogschreiben komme.

Heute erhielt ich eine E-Mail von einem sehr sympathischen und auch dynamischen Kunden. Er wollte mich an einen Termin erinnern und mich darum bitten, diesen Termin zu bestätigen. Die E-Mail begann mit folgenden Worten:

Mit Schreiben vom xx.Dezember hatte ich Sie zu unserem Treffen am xx.Januar eingeladen.

Bei dieser Standardformulierung denke ich an Ärmelschoner und Stempelkissen - aber nicht an meinen Kunden! Dieser Satz passt einfach nicht zu ihm. Bei einem Anruf hätte er vermutlich gesagt:

Vielleicht erinnern Sie sich: Am xx. Dezember hatte ich Sie zu unsere Treffen am xx. Januar eingeladen.

oder

Am xx. Januar treffen wir uns in xx. Sind Sie dabei? Das wäre schön. Bitte geben Sie mir kurz  Bescheid,. Alle Informationen finden Sie in meiner Einladung vom xx. Dezember.

Warum nicht auch so die E-Mail formulieren? Das klingt viel authentischer und ich habe auch mehr Lust auf unser Treffen.

20 Dezember 2007

Gute Texte als Wettbewerbsvorteil

Im Handelsblatt stand gestern ein hochspannender Artikel mit dem Titel "Sagt es einfacher". (Leider online nur für registrierte Nutzer der Website www.handelsblatt.com zugänglich).

Der Braunschweiger Linguist Günther Zimmermann beschreibt in diesem Artikel, wie Unternehmen besser kommunizieren können. Denn Sprache, so Zimmermann, ist ein Erfolgsfaktor.

Der Schaden, der der deutschen Wirtschaft durch unverständliche Texte entsteht, wird von Sachverständigen auf jährlich eine Milliarde Euro geschätzt.

Günther Zimmermann hält diese Summe sogar für deutlich untertrieben. Dies deckt sich mit unserer Erfahrung: Intern werden Worthülsen, Abkürzungen und Denglische Begriffe produziert und extern die Kunden im besten Fall gelangweilt.

Oder zeichnen sich die Texte, die in euren Unternehmen geschrieben werden, etwas durch einfache Wörter, einfach Sätze, klare Textstruktur, interessante Inhalte und einen persönlichen Bezug zum Leser aus? Ich freue mich, von euren Erfahrungen zu lesen! Bitte schreibt mir, wie ihr die Sprache in eurem Unternehmen erlebt. Hier im Weblog oder persönlich. Jetzt oder in den nächsten Monaten. 

18 Dezember 2007

E-Mails schon veraltet?

Wer glaubt, dass die E-Mail ein junges Kommunikationsmedium ist, der lese den Beitrag von Klaus Eck in seinem Weblog PR-Blogger. Nach Eck gehört die Zukunft SMS, Messenger und Co.

Eck hat wohl recht: Manchmal sind diese Medien durchaus sinnvoller. Doch die E-Mail wird nicht aussterben, da sie für bestimmte Kommunikationssituationen einfach geeigneter ist.

Auch der klassische Brief hat ja noch seine Berechtigung und Wirkung, wenn es um Seriosität und Wertigkeit geht.

17 Dezember 2007

Zitate zum Jahreswechsel

Warum nicht einfach mal einen Neujahrsgruß den Kunden schicken statt der klassischen Weihnachtsgrüße?  Zitate finden sich auch für diesen Anlass genügend. Zum Beispiel von Erich Kästner:

"Wird's besser? Wird's schlimmer?" fragt man alljährlich.

Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich.

14 Dezember 2007

Geschenkideen einer Vielleserin

Seid ihr auf der Suche nach einem guten Buch? Ich habe gerade meine Favoriten in diesem Jahr zusammengestellt. Hat zwar nichts mit meinem Job zu tun - aber vielleicht interessiert ihr euch ja nicht nur für Fachbücher:

Schloss aus Glas.Schloss aus Glas von Jeanette Walls:

Eine Autobiografie, so unglaublich, das man dieses Buch erst aus der Hand nehmen möchte, wenn die letzte Zeile gelesen ist. Plötzlich sieht man Spießereltern in einem ganz neuen Licht. Ideal für Frauen - auch für solche, die nicht allzu viel lesen.

Rupien! Rupien! RomanHeiter und traurig zugleich ist "Rupien! Rupien!" von Vikas Swarup. Die einfache Sprache erinnert an Coehlo. Besonders das Ende hat mir gefallen. Dieses Buch habe ich schon x-mal in diesem Jahr verschenkt - an Männer und Frauen, Vielleser und Lesemuffel. Sie alle waren begeistert.

Dr. Sex.

Der deutsche Titel "Dr. Sex" ist unglücklich gewählt. Der Originaltitel "The Inner Circle" deutlich besser.  T.C. Boyle erfindet eine Geschichte über eine reale Person:  Alfed C. Kinsey, bekannt durch seinen revolutionären Sexreport. Das faszinierende an diesem Buch ist, wie sehr sich das Verhältnis des Lesers zum Protagonisten im Laufe des Buches ändert.

Viel Spaß beim Lesen.

10 Dezember 2007

Zitate zu Weihnachten

"Die Ware Weihnacht ist nicht die wahre Weihnacht."

Kurt Marti, Schweizer Pfarrer und Schriftsteller.

Ein Zitat ist der ideale Einstieg bei der Weihnachtspost - deshalb werdet ihr in den kommenden Wochen hier im Weblog immer wieder Zitate finden. Sozusagen als Zusatzservice zu unserem kostenlosen Download "Textideen für die Weihnachtspost".

07 Dezember 2007

Text-Markt

Wer "Text gesucht" in Google eingibt, dem wird auch eine Werbung von Ebay angezeigt - denn auf Ebay wird bekanntlich alles verkauft. Schon bald könnte sich aber ein tatsächlicher Markt rund um den Text etablieren:

Zurzeit noch in der Beta-Version online ist der Dienst "contentworld".

Ich bin sehr gespannt, ob Contentworld erfolgreich sein wird. Vor allem für Standardtexte wie Geburtstagsgrüße kann ich mir das gut vorstellen. Doch sobald ein Text auf eine besondere Situation abzielt, sollte der Texter eng mit dem Auftraggeber zusammenarbeiten und erst nach einem klaren Briefing zu schreiben beginnen.

Was meint ihr?

01 Dezember 2007

Adventskalender

Wer mag sie nicht - die Adventskalender! Jung und Alt freuen sich darauf, ab heute endlich wieder jeden Tag ein Türchen öffnen zu können. Das geht auch virtuell: Im Netz findet ihr zum Beispiel einen Online-Adventskalender zum schönsten deutschen Wort:

http://www.goethe.de/z/pro/adventskalender/deindex.htm. (Via sprachblog)

30 November 2007

Erfolg bei Frauen

Kleiner Auszug aus Harald Martensteins Kolumne im Magazin "Leben" der Wochenzeitung "Die Zeit", Ausgabe 49, 29. November 2007:

... laut einer Umfrage erklären 58 % der deutschen Frauen über 16 Jahren, dass sie mit einem Typen, der ihnen einen Liebesbrief voller Rechtschreibfehler schickt, nichts anfangen würden, und zwar wegen der Rechtschreibfehler, auch wenn ansonsten nichts gegen diesen Typen spräche. Das ist doch ein gutes Zeichen für den Zustand unserer Schriftkultur.

16 November 2007

Buchtipp: Der Coup, die Kuh, das Q

Der_coup_die_kuh_das_q Es duftet oder es stinkt, aber wenn etwas riecht - weder angenehm noch unangenehm -  gibt es im Deutschen offenbar kein Adjektiv dafür. Von dieser fehlenden Mitte bei Adjektiven, aber auch von Wörtern mit vielen Vokalen, von längsten, kürzesten und seltsamsten Wörtern im Deutschen erzählt CUS in seinem neuesten Buch. Seit 1990 erstellt er das Kreuzworträtsel im Magazin der Süddeutschen Zeitung.

Sein Buch ist wirklich unterhaltsam und das ideale Weihnachtsgeschenk für Sprachliebhaber und Sprachtüftler. Es kostet 14,95 Euro und ist im Eichborn-Verlag erschienen.