Vor dem Schreiben "Sprache" tanken
Sicher kennen Sie die folgende Situation: Ihr Brief, Ihre E-Mail oder Ihr Werbetext soll individuell, modern - einfach "knackig" werden - Sie wollen weg von dem üblichen Blabla und bloß keine der nichts sagenden Floskeln verwenden!
Doch nach 10 Minuten ist der Frust groß: Irgendwie ist da eine Blockade im Kopf - Sie können nur die klassischen Standardsätze "denken". Formulierungen wie: "Wie mit Ihnen besprochen" oder "Vielen Dank für Ihre Nachricht" verhindern jeden kreativen Ansatz.
Keine Sorge - so geht es manchmal auch Profis! Was tun? Ein guter Tipp kommt von Daniel Perrin, einem Schweizer Journalisten ...
Tanken Sie Sprache, bevor Sie schreiben. Genießen Sie eine Seite ansteckender „Literatur“. Wenn Sie über amtliche Verlautbarungen gegähnt, mit juristischen Begriffs-klaubereien gekämpft haben, durch werbesprachliche Wortsümpfe gewatet sind oder technische Dokumentationen gewöhnt sind, dann fällt Ihnen zum Beispiel das Schreiben eines Briefes sicher schwerer. „Die Sprache dieser Quellen kleckert aus Ihrer Feder oder kullert in Ihre Tasten“, wenn Sie gleich nach dem Lesen solcher schwerfälligen Texte selbst zu schreiben beginnen. Baden Sie dagegen kurz in kleinen Gedichtbänden von Morgenstern, Kästner oder Wilhelm Busch – schreiben Sie wieder mit Sinn und Sinnen.
Aus: Daniel Perrin. Schreiben ohne Reibungsverlust: Schreibcoaching für Profis. Werd Verlag 1999.

Toller Tip! Ist bestimmt auch für wissenschaftliches Schreiben anzuwenden, ein paar Texte bereit halten, die richtig gut geschrieben sind.
Gruß Uschi
Kommentiert von: Uschi | 02 Juni 2005 um 06:31 nachm.