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« Januar 2006 | Start | März 2006 »

23 Februar 2006

Fertigsuppen-Rechtschreibtest Teil 2

Fertigsuppen sind ein gefundes Fressen für alle Fehlersucher. Die Maggi-Buchstabensuppe haben wir bereits hier im Weblog analysiert. Scannen0001_3

Jetzt kann ich in den Rechtschreibseminaren die neuen Schreibregeln auch an einem anderen Fertigsuppen-Beispiel erklären:

1. Nach einem Doppelkonsonanten (ei, eu, au, ie) steht seit der Reform statt  -ss- stets ein -ß. Korrekt müsste also hier stehen:

Heiße Tasse

(Diese Regel gilt ohne Ausnahme: Also auch bei weiß, Schweiß, außen, einschließlich ...).

Ok, nun ist "Heisse Tasse" vielleicht ein Produktname, der nicht unbedingt den Rechtschreibregeln unterworfen sein muss ..., dann schauen wir uns einfach weiter um:

2. "so viel" wird seit der Reform getrennt geschrieben, wenn es sich um ein Adverb handelt. Klingt komplizierter als es ist:

Bereits vor der Reform haben wir bei ähnlichen Begriffen unterschieden zwischen:

Getrennt: Ich sehe so weit - ich brauche keine Brille! (so weit: Adverb, d.h. Umstandswort)

Zusammen: Soweit ich das beurteilen kann, braucht er keine Brille. (soweit: Konjunktion, d.h. Verbindungswort)

Und diese Regel gilt seit der Reform nun auch für "so viel/soviel":

Getrennt: So viel Zeit muss sein.

Zusammen: Soviel ich weiß, lässt er uns genug Zeit.

16 Februar 2006

Protokolle schreiben

Gerade haben wir eine Seminarreihe zum Thema "Protokolle schreiben" abgeschlossen: Was gibt es für verschiedene Protokollarten, warum schreibt man Protokolle und welche Vorgaben gibt es für den Aufbau? Welche Inhalte gehören in ein Protokoll? Welchen Sprachstil nutze ich?

All diese Fragen lassen sich im Seminar gut behandeln. Im beruflichen Alltag müssen die Teilnehmer dann vor allem auf Eines achten: Zwischen Veranstaltung / Meeting und Niederschrift des Protokolls sollte der Protokollführer möglichst wenige andere Aufgaben erledigen.

Tatsächlich sieht die Praxis anders aus: Die meisten Protokollführer geben an, aus Zeitgrunden erst nach 2 bis 3 Tagen ihre Mitschriften zur Hand zu nehmen und mit der Niederschrift zu beginnen. Die Folge: Schreibblockaden und Frust beim Verfasser, inhaltlich Fehler im Protokoll.

Deshalb mein Tipp für alle, die Protokolle schreiben müssen: Planen Sie bereits vor der Sitzung Zeit für das Verfassen des Protokolls ein. Halten Sie sich diese Zeit in Ihrem Terminkalender frei. Meist reicht eine halbe Stunde für die erste Niederschrift. Achten Sie darauf, dass Sie in dieser Zeit wirklich ungestört arbeiten können.

Wenn Sie Interesse an einer Protokollvorlage haben (Worddokument für Kurzprotokolle) schreiben Sie mir eine einfach eine kurze E-Mail. Ich sende Ihnen dann die Vorlage kostenlos zu.

13 Februar 2006

Was Trainer können sollten

Auch ein gutes Zeitmanagement hilft momentan nicht mehr: Es gibt zu viel zu tun. Deshalb ist es zurzeit im Weblog auch so still. Ein weiterer Grund: Wir planen, unsere Website auf ein CMS-System umzustellen und alle Seiten (Website, Weblog, Schreibakademie) in einem System zu integrieren. Ich liebäugle mit Expression Engine - muss mich aber ins Thema erst eindenken ... und auch das kostet Zeit.

Scannen_1  Immerhin habe ich am Wochenende mal wieder ein Buch gelesen: Herbert J. Kellners "Was Trainer können sollten". Ein neues Kompetenzprofil des modernen Trainers. Erschienen im Gabal-Verlag.

Insgesamt ein gutes Buch, das die Bedürfnisse der Unternehmen an Trainings und Trainer definiert. Nur die Fragebogen und Übungen im Buch sind leider allzu starr und wenig hilfreich.

Die Themen reichen von der Bedarfs- und Adressatenanalyse bis zur Kosten-Nutzen-Rechnung, der Erfolgsmessung und der Medien- und Methodenauswahl. Dabei fand ich einen Aspekte besonders interessant:

Bedarfsanalyse:

Die meisten Trainer, so Keller, geben bei Anfrage direkt ein Angebot ab. Im Idealfall lässt sich der Trainer jedoch zunächst nur das Problem schildern und analysiert dann gemeinsam mit dem Kunden, welche Schulung überhaupt sinnvoll ist - und welche Mitarbeiter daran teilnehmen sollten.

Das ist tatsächlich der Idealfall. Denn auch wenn laut Kellner 73 % der Personalplaner vom Trainer eine solche Bedarfsanalyse wünschen - die meisten Personaler wenden sich erst dann an den externen Trainer, wenn sie sich schon auf ein ganz bestimmtes Training festgelegt haben.

Will der Trainer dann eine Bedarfsanalyse starten, ist dem Kunden dies meist zu aufwendig, teuer und langwierig. Durch Kellers Buch ist mir bewusst geworden, welche Gradwanderung es hier zu meistern gilt.

08 Februar 2006

Rechtschreibung: Änderungen online

Die Infos kommen spät, aber immerhin: Nun finden sich auf der Website des Rechtschreibrats die am 3. Februar beschlossenen Änderungen der Reform:

http://rechtschreibrat.ids-mannheim.de/doku/para55-66.html

(via Sprachblog)

07 Februar 2006

Marcel auf Entzug

Fast jeden Tag schau ich bei Marcel Widmer vorbei - denn seinen JobBlog (http://www.jobblog.ch) mag ich sehr. Nun muss ich aber schon das dritte Mal in Folge auf neue Beiträge verzichten - denn aufgrund von Hardwareproblemen bei seinem Hostingprovider ist Marcel über viele Stunden offline. Wenn es mich schon schmerzt - wie muss es erst Marcel gehen ...

Damit er trotzdem ab und zu ein 'Lebenszeichen' senden kann, hat er das 'JobBlog im Notbetrieb' ins Netz gestellt.

Das nützt natürlich wenig, wenn nur er das weiss. Deshalb mein Hinweis: http://jobblog.wordpress.com.

04 Februar 2006

Du - groß oder klein

Es steht heute in allen Zeitungen (z. B. Focus) - aber noch nicht auf der Website des Rechtschreibrats (!):

Zum hoffentlich letzten Mal hat der Rat gestern (3.2.) Änderungen an der Rechtschreibreform beschlossen. Danach darf in Briefen bei der Anrede in der 2. Person das Pronomen (du, dein, dir, dich ...) wieder großgeschrieben werden. Bei einigen feststehenden Begriffen soll jetzt wieder die Klein- und Zusammenschreibung gelten (z. B. bankrottgehen), bei anderen ist jetzt (wieder) die Großschreibung erlaubt (z. B. Schwarzes Brett).

Momentan komme ich kaum dazu, hier im Weblog zu schreiben - und nun gibt es also noch mehr Arbeit, die mich davon abhält: Wir werden die Unterlagen für die Seminare, unseren Online-Kurs und unseren interaktiven Rechtschreibkurs ändern müssen. Und wir werden wieder die Frustration und Verwirrung bei Seminarteilnehmern auffangen.

Ob der Rechtschreibrat überhaupt ahnt, wie sehr er den Gegnern der Reform den Ball zuschiebt - allein durch die Art und Weise, wie er die Änderungen kommuniziert?