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15 Mai 2008

Getrennt oder zusammen?

Die Getrenntschreibung ist auch nach der Rechtschreibreform sehr kompliziert. Ein kleines Beispiel:

Bei Kombinationen aus Adjektiven und Verben gelten seit 2006 wieder die alten Regeln der Getrenntschreibung:

  • Zusammengeschrieben werden Kombinationen, in denen das Adjektiv nicht mehr in der wörtlichen Bedeutung, sondern in übertragener Bedeutung steht:

einen Betrag aufs Konto gutschreiben ("gut" meint hier nicht gut im wörtlichen Sinne)

mit der Bahn schwarzfahren ("schwarz" steht hier nicht für die Farbbezeichnung)

  • Getrennt geschrieben werden Kombinationen, in denen das Adjektiv in wörtlicher Bedeutung steht:

den Aufsatz gut schreiben

den Schal schwarz färben

So weit, so gut! Doch nicht immer ist es leicht, diese Logik zu erkennen. Ein Beispiel:

Das Wort "Haus" ist ein Substantiv und wird großgeschieben.

Steht "groß" in dieser Kombination nicht eindeutig in wörtlicher Bedeutung? Der Duden sagt: "Nein!".

Die Begründung: Nicht das ganze Wort, sondern nur ein Buchstabe muss groß geschrieben werden - der Ausdruck steht also im übertragenen Sinne für diese Bedeutung.

Spitzfindig, nicht wahr?

30 November 2007

Erfolg bei Frauen

Kleiner Auszug aus Harald Martensteins Kolumne im Magazin "Leben" der Wochenzeitung "Die Zeit", Ausgabe 49, 29. November 2007:

... laut einer Umfrage erklären 58 % der deutschen Frauen über 16 Jahren, dass sie mit einem Typen, der ihnen einen Liebesbrief voller Rechtschreibfehler schickt, nichts anfangen würden, und zwar wegen der Rechtschreibfehler, auch wenn ansonsten nichts gegen diesen Typen spräche. Das ist doch ein gutes Zeichen für den Zustand unserer Schriftkultur.

13 Oktober 2007

Sprachberatung im Internet

Immer mehr Menschen nutzen unserer kostenlose Sprachberatung - unser Forum in der virtuellen Schreibakademie von "erfolgreich schreiben".

Heute habe ich auf die 300ste Frage im Forum geantwortet. Besonders erfreulich: Die Teilnehmer fragen inzwischen nicht nur, sie beantworten  auch Fragen anderer Teilnehmer - und das sehr kompetent!

Nur das Design der Sprachberatung ist furchtbar veraltet ...aber auch das soll sich bald ändern.

28 August 2007

"Wie viel" immer getrennt

Heute las ich auf der Homepage der Tagesschau folgenden Teaser:

Bund und Länder legen Kita-Streit bei.

Vier Milliarden Euro hat der Bund für den Ausbau der Kinderbetreuung zugesagt. Wieviel davon für den Bau neuer Kitas und wie viel für die laufenden Kosten verwendet werden soll, war bis zuletzt strittig. Jetzt haben Bund und Länder eine Einigung erzielt.

Vermutlich war sich der Redakteur nicht mehr sicher, ob "wie viel" nun getrennt oder zusammengeschrieben wird - und vielleicht hat er sich gesagt: "Heute sind doch fast immer beide Schreibweisen erlaubt ... dann stimmt´s bestimmt auch bei diesem Wörtchen!".

Verständlich und nur allzu menschlich. Da fällt es mir schwer, ihn zu kritisieren. Doch Fakt ist: "Wie viel" wird seit der Rechtschreibreform nur noch getrennt geschrieben. Angepasst wurde  die Schreibweise an das Wörtchen "Wie viele", das wir schon immer getrennt geschrieben haben.

15 Juli 2007

Getrennt oder zusammen?

Im Juli-Newsletter dreht sich diesmal alles um die Regeln zur Getrennt- und Zusammenschreibung. Bei einer Umfrage im Sprachforum hatten sich die Teilnehmer für dieses Thema entschieden.

Allerdings: Die komplexen und erklärungsbedürftigen Regeln der Getrennt- und Zusammenschreibung lassen sich im Newsletter nur schwer darstellen. Wir haben es trotzdem versucht und eine Art "Spickzettel" erstellt, mit dem sich im Zweifelsfall eine Antwort finden lässt.

Den Newsletter könnt ihr hier einsehen und die nächsten Ausgaben hier abonnieren.

01 März 2007

Stand-Art

Standart statt Standard - das ist ein Klassiker unter den Rechtschreibfehlern. Google meldet heute 1.390.000 Treffer für den Suchbegriff "Standart" (nur deutsche Seiten). Doch siehe da, einer dieser Links ist tatsächlich interessant ... Schauen Sie einmal hier. (Via Sprachblog)

18 Januar 2007

Deutschland sucht den Rechtschreibfehler

Gestern habe ich von typischen Fehlern bei der Rechtschreibung berichtet - und vergessen, einen interessanten Link zu diesem Thema anzugeben:  http://www.frank-roesler.de/dsdr.html

10 November 2006

Englische Begriffe in deutschen Texten

Muss ich die oder das E-Mail sagen? Und wie schreibe ich ein englisches Wort, wenn ich es in meinen deutschen Text einfüge: groß oder klein? Antworten auf diese Fragen liefert unser November-Newsletter.

Für alle, die unseren Newsletter noch nicht abonniert haben: Jeden Monat finden Sie hier wertvolle Tipps und Tricks zur Rechtschreibung, Grammatik und beruflichen Korrespondenz.

Zur Newsletter-Bestellung.

06 November 2006

Zwiebelfisch kritisch

Bastian Sick ist populär und sehr beliebt, seine Bücher (Der Genitiv ist dem Dativ sein Tod) sind Bestseller. Und daran ist nichts auszusetzen, denn irgendwie bedeutet das ja, dass die Deutschen offenbar doch noch Interesse und Freude an ihrer Sprache haben.

Ich fand Sicks Bücher allerdings nie besonders spannend - ich wusste aber nicht, warum ich mich nicht wie so viele andere für ihn begeistern konnte.

Doch jetzt weiß ich es! Claudius Seidl hat in seinem Artikel "Der Zwiebelfisch stinkt vom Kopf her" auf FAZnet die richtigen Worte für mein Unbehagen gefunden.

Ich mag Tipps und Tricks. Doch genau die vermisse ich bei Bastian Sick. Ich mag die Unterschiede in Dialekten und Umgangssprache. Doch genau die werden bei Bastian Sick abgestraft.

Hier noch ein kleiner Ausschnitt aus Seidls Kritik an Sick:

  Bastian Sick hält sich mit Ratschlägen und Hinweisen sehr zurück, und eine Leidenschaft für Rhythmus und Klang der Sprache, eine Begeisterung für gelungene Sätze sind nirgendwo zu finden. Was nicht einfach ein Mangel ist; es hat Methode: Sick blickt nicht hinauf, er schaut herab - und denen, die er angreift, verbessert, kritisiert, möchte man immer wieder zur Seite springen.

Aufmerksam geworden auf Seidls Artikel bin ich durch einen Beitrag im Sprachblog.

05 November 2006

Vortrag Rechtschreibung

Ich habe ja schon viele Seminare zum Thema "Neue Rechtschreibung" in Unternehmen und Instituten gehalten ... in diesem Monat aber werde ich in der Schule meines Sohnes einen Vortag für die Eltern und Lehrer zum Thema halten.

In der Aula werden viele Bekannte und auch Freunde sitzen und ich bin gespannt, ob ich dadurch nervös werde oder die Stimmung besonders locker sein wird. Immerhin macht sich mein Sohn keine Sorgen, ich könnte ihn an diesem Abend blamieren. Und das freut mich wirklich, denn es zeigt mir, wie unbefangen unser Umgang ist :-).